Pressestimmen zu "Sauschneidn"
(Ewald Palmetshofer, Theater in der Altstadt Meran)









Pressestimmen zu "Wir sind keine Barbaren"
(Philipp Löhle, Carambolage Bozen)





"Sehr lebendige Aufführung... Der schwarze Humor bei einem Thema, über das sich niemand zu lachen traut, hat etwas Befreiendes."

(Margit Oberhammer, Dolomiten)


"Ein wichtiges Stück zur richtigen Zeit. Hingehen und anschauen."

(Heinrich Schwazer, Tageszeitung)


"Eine stimmige Inszenierung, Stoff zum Reden."

(Georg Mair, ff)





Pressestimmen zu "Die Frau von früher"
(Roland Schimmelpfennig, Gruppe Dekadenz, Brixen)





(ff)

Pressestimmen zu "Die Troerinnen"
(nach Euripides, Theater in der Altstadt, Meran)







(Tageszeitung)



(Dolomiten)

Pressestimmen zu "Eine Sommernacht"
(David Greig / Gordon McIntyres, Theater in der Altstadt, Meran)





Pressestimmen zu Groupie (Arnold Wesker, Gruppe Dekadenz, Brixen)





Pressestimmen zu The last romance - Noch einmal verliebt
(Joe di Pietro, Carambolage, Bozen)




Auch das Bozner Kleinkunsttheater Carambolage schickt seine erste Eigenproduktion der Spielzeit 2012/2013 auf die Bühne. Ein Stück über die Liebe im Alter mit dem Titel "Noch einmal verliebt", in der Inszenierung von Eva Niedermeiser. Ein Stück für drei Personen und einen Sänger, ja, und einen Hund.

Ein Theaterstück mit dem Titel "Noch einmal verliebt" hat das Potential von vornherein in der Clichèkiste zu landen, nachzumal geschrieben von einem Musical-Autor, Joe DiPietro. In der Inszenierung von Eva Niedermeiser geschieht dies zum Glück nicht, auch wenn manche Spitze um das Alt- und Einsamsein dezent umschifft wird. Es ist eine Erzählung aus dem Leben: Ralph lernt in einem Hundepark die adrette Carol kennen und verliebt sich in sie. Seine Schwester jedoch achtet penibel darauf, dass er ihr nicht abhanden kommt.

Achim Hall spielt den auf die 80 zugehenden Witwer Ralph klug zurückgenommen bei Bedarf und burschikos zugleich, flicht italienische Brocken ein, schließlich ist er italienischstämmiger Arbeiter in New York - er verkörpert diesen Typus mühelos. Auch seine Angebetete, Carol, gespielt von Christa Pillmann ist sehr authentisch als hübsche und gepflegte ältere Dame:

Im Hundepark, auf der Carambolage Bühne angedeutet durch wenige Versatzstücke - auch hier hat man versucht, potentiellen Kitsch zu vermeiden - geschieht also eine Eroberung, und sie geschieht auf feinfühlig und lustige Art. Carol lässt sich anfangs kokett, später befreit ein auf Ralphs Werben; die beiden Schauspieler gewinnen ihren Figuren jene Zwischentöne ab, die nötig sind, um dem Stück Tiefe und Glaubwürdigkeit zu geben, frei von Rührseligkeiten:

Auch Liz Marmsoler als temperamentvolle Schwester bringt ihre Motivationen gut in die Figur ein: ihr Neid auf das Glück des Bruders ist zu verstehen. Also: gutes Schauspielertheater, von Eva Niedermeiser sensibel und mit Sinn für Stimmungen inszeniert. Das Abgleichen des alten Ralph mit seinem jungen Alter Ego, hier Renè Weger, erzählt jene Geschichte, die das eigentliche Leitmotiv im Stück sind: "Das Leben hätte ganz anders verlaufen können," sagt Ralph einmal. Solche Ansätze, wie auch andere unbequeme, wie der Umgang mit einem sich nähernden Tod, hätte man gerne von der Regie etwas ausführlicher, stärker erzählt bekommen. Und manches weniger ausführlich.

(Christine Helfer, MiMa, 04.10.2012)



(Edith Moroder, ZETT, 07.10.2012)

Pressestimmen zu "Kaspar Häuser Meer"
(Felicia Zeller, Theater in der Altstadt, Meran)





(H. SCHWARZER, Tageszeitung, 08.03.2012)


(H. SEYR, Dolomiten, 08.03.2012)

Pressestimmen zu "Wohnen unter Glas" (Dekadenz Brixen)

Inszenierung des Jahres 2011

"wohnen. unter glas" E. Palmetshofer
                      (Tageszeitung/Heinrich Schwazer)



Sehnsucht nach Nähe und Glück

Zum Abschluss der Saison inszeniert die Dekadenz mit Ewald Palmetshofers Dreiecksgeschichte „wohnen.unter glas“ eine messerscharfe Befindlichkeitsstudie der Generation 30+

Also. Dieses Stück. Das hat was. Und die Drei. Genial. Einfach genial. Das wäre ein Kommentar á la Palmetshofer. Die forciert verknappte und geschredderte Umgangssprache unterstreicht die Sprachlosigkeit und Antriebslosigkeit einer Generation, über die der Shootingstar der Gegenwartsdramatik, selbst erst 31, gut Bescheid wissen muss. Passend zur Welt der facebook Nutzer, bedient er sich einer twitterhaften Kurzsprache, um das auszudrücken, was Menschen zwischen Dreißig und Vierzig beschäftigt.

Drei auf verzweifelter Visionensuche. Die drei Protagonisten Jeani, Babsi und Max treffen nach zehn Jahren das erste Mal wieder aufeinander. Als Ort des Geschehens hat der Münchener Bühnenbildner Martin Kinzlmaier eine realistisch anmutende Berghotel- Lobby mit sterilen Holzmodulen kreiert. Früher hatte man Einiges miteinander geteilt, erinnert sich die feingliedrige, atemlos nervöse Margot Mayrhofer als Jeani: „Schon auch ein bisschen links und kritisch und so. Und Kino gehen und kochen. Gemeinsam. Ist ja auch viel billiger“. Die Drei sind auf verzweifelter Visionssuche, wie ein unübertrefflich glaubwürdiger Peter Schorn als sozialer Loser und Schmalspurphilosoph Max in einem Monolog - Stakkato ins Publikum schleudert: „Entwickle mal. Entwickle dir ein Panorama. Eine Vision. Eine Perspektive. Ein perspektivisches Visionen- Scheiß- Panorama. Entwickle mal“.

Zwischen Produktnutten und Zukunftsängsten. Die scheinbar sanfte Babsi, eine überzeugende Antonia Tinkhauser, sieht heute wie damals in Max das Objekt ihrer Begierde und schreit sich ihren Lust- Frust eruptiv aus dem Leib „Es könnt ja auch mal nur Kuscheln sein“. Aber Max verbittet sich jegliche Nähe, für ihn gibt es keinen Höhepunkt, weder beim Sex, noch im Leben: „Du bis 30 und hattest noch nie eine Beziehung wo du sagen würdest. Nein. Hattest du noch nie“. Auch Jeani trauert verlorenen Gefühlen nach und äußert Verlust- und Zukunftsängste: „Wir haben einmal dazugehört. Zur Mittelschicht- zur emotionalen Mittelschicht. Plötzlich- schleichend- drunter. Armutsgrenze “. Am Ende erklimmt das Trio Infernale den nahen Berggipfel und die „ Over the rainbow“ Schnulze läutet wenigstens für Jeani hoffnungsvolle Hochzeitspläne (nicht mit Max) ein.

Spontane Worttiraden, kongeniale Umsetzung. Es ist eine spannende Melange, die der studierte Geisteswissenschaftler präsentiert, irgendwo zwischen der Kunstsprache eines Werner Schwab und den gegenstandslosen, zu fleischgewordener Musikalität sublimierten Textflächen einer Elfriede Jelinek. Eva Niedermeiser, erfolgreiche Münchner Regisseurin, hat sich mit Begeisterung auf den sperrig zu lesenden Kunsttext gestürzt und ihn mit drei hervorragenden Schauspielern kongenial umgesetzt. Die Worttiraden kommen leicht und spontan daher, das macht den besonderen Reiz der Inszenierung aus, die für Sprachfetischisten durchaus eine Zumutung sein kann. In der Tat könnte man auf den einen oder anderen Fäkalausdruck verzichten und manchmal ist man versucht, den Dreien einen Tritt in den Allerwertesten zu verpassen und ihnen zuzurufen: Jetzt hört auf zu jammern und kommt mal in die Gänge! Aber ich hab ja leicht reden, ich gehöre nicht mehr zur Zielgruppe der Dreißigjährigen. Ich hatte schon meinen Zenit. Und nicht mal „Scheiß leise“. Gott sei Dank!

(IRENE DEJACO, Brixener)

Pressestimmen zu
"Mondscheintarif" (Carambolage)



(HEINRICH SCHWAZER, Tageszeitung, 18.01.2011)

Pressestimmen zu
"Wer hat Angst vor Virginia Woolf" (Altstadttheater, Meran)



(HEINRICH SCHWAZER, Tageszeitung, 11.10.2010)

Pressestimmen zu "Ladies Night" (Braband, Dekadenz Brixen)

Keine Blöße
Die Gruppe Dekadenz Brixen zeigt die Komödie "Ladies Night" in der Inszenierung von Eva Niedermeiser, in welcher ein paar wahnwitzige Männer ihren Geldsorgen mit Strippen trotzen

...freilich folgt in dieser Komödie ein Gag dem nächsten und es dürfen Tränen gelacht werden. Gleichzeitig zeigt das Stück die Lebenswelt des kleinen Mannes und wie dreckig es ihm ohne die Arbeit gehen kann. Unter der Regie von Eva Niedermeiser erweist sich das Ensemble als gut besetzt, welches auch durch ein gelungenes Zusammenspiel überzeugt und offensichtlich Spass an der Komödie hat.

(MARKUS HELLWEGER, Die neue Südtiroler Tageszeitung, 21.04.2009)



Pressestimmen zu "Auf dem Chimborazo" (2008, Theater 44)


Eine Wiederentdeckung
Tankred Dorsts "Auf dem Chimborazo" im Theater 44

Eine fast durchweg schöne, spannende Aufführung gelang Eva Niedermeiser mit der Wiederentdeckung von Tankred Dorsts "Auf dem Chimborazo", einer 1975 uraufgeführten "ernsthaften Komödie". Nur am Anfang ihrer Inszenierung am Theater 44 agiert das treffsicher ausgewählte Quintett der Darsteller noch zu aufgedreht. Schrecklich wohlgelaunt beginnt die Gipfelbesteigung des Berges an der Grenze zur DDR, werden die Vorfreude auf eine romantisch politische Demonstration der Verbundenheit mit den alten Freunden "drüben" vorgeführt: Mit einem Freudenfeuer will man über den Todeszaun hinweg einen Gruss schicken. Mit diesem Einstieg versucht die Regisseurin, die sonst sehr einfühlsam Dorsts Menschen interpretiert, die Fallhöhe zu deren totaler Desillusion zu erweitern. Danach aber gelingt es Eva Niedermeiser im spartanischen, abstrakten Bühnenraum von Hannes Schuller in spannungsreich musikalisch geführten Dialogen die Charaktere facettenreich zu entfalten- Stück und Aufführung gewinnen eine Qualität, die an Arthur Millers "Der Tod eines Handlungsreisenden" erinnert.      
In Dorsts Familienhölle regiert Dorothea: Mit subtil gesetzten Seitenhieben demonstriert sie ihre Macht über die verschusselte, etwas schwerhörige Freundin Clara (Christa Pillmann), demontiert sie die Freundin ihres Lieblingssohnes Tilman (Antonia Tinkhauser). Und sie schwärmt von früheren Idealen, vom einfachen Leben nach Thoreau und gaukelt sich die tollen Karrieren ihrer Söhne vor, die in Wirklichkeitkleine Versager sind. Tilmann (Marc Bernhard) arbeitet im Keller der Unibibliothek und Heinrich (Martin Böhnlein) hat vor Jahren seine Promotion abgebrochen; er zwingt Dorothea nun, sich der Wahrheit zu stellen. Irmhild Wagner ist Dorothea, wenn diese starke Frau ihren Lebenslügen nicht mehr auskommt gewinnt das Spiel bewegend tragische Momente.                                                                                                                                       

(THOMAS THIERINGER 
Süddeutsche Zeitung
24.11.08)


Blick zurück in die Ostzone

....Tankred Dorsts stark autobiographisch gefärbtes Drama entwickelt auf der Folie deutsch deutscher Historie ein kleines Segment aus einer Familiengeschichte, die Eva Niedermeiser im Theater 44 präzis, ohne psychologische Mätzchen, als eindrucksvolles Kammerspiel inszeniert. Am Ende der fesselnden Aufführung steht ein Showdown auf dem Chimborazo..                                                                                                                      

BARBARA WELTER Münchener TZ 25.11.08


Pressestimmen zu "Blackbird" (2008, Stadttheater Bruneck)
War es Missbrauch oder Liebe?
"Blackbird" von David Harrower im Stadtteater Bruneck

...Das Stück „Blackbird“ – die Amsel also – wurde von Peter Stein auf dem Edinburgh Festival uraufgeführt. David Harrower, schottischer Autor ist genial im Niederschreiben von unprätentiösen und doch vielschischtigen Psychostücken, so wie hier in dieser Neudramatisierung der Lolita-Geschichte, die sich wieder einmal im Netz der Gesellschaftsmoral verfängt. Christine Lasta und Oliver Karbus geben in der feinfühligen Inszenierung von Eva Niedermeiser einen großartigen und intensiven Schauspielabend. Karbus spielt seinen Ray als in die Ecke gedrängten Neo-Biedermann, der der sein neues Leben mühsam unter Kontrolle hat. Christine Lastas Figur Una tritt betont kämpferisch auf, ist hyperempfindlich und ein Neurosenbündel, sie klagt ihn an und will eigentlich seine Liebe zurück.
Das Stück erzählt viele Geschichten, von vielen Lieben und warum sie schief gehen. Dass Una hier 12 war und Ray so viel älter, ist die Facette um die sich alles zu drehen scheint in diesem Stück, und es tun sich dadurch weitere Abgründe auf. Ein starker und viele Fragen aufwerfender Theaterabend in Bruneck!

RAI Bozen 11.11.08




Dolomiten 12.11.08



Pressestimmen zu "Männergespräche" (2007, Theater 44, München)
Die fetten Jahre sind vorbei
"Männergespräche" von Morten Feldmann am Theater 44

...Morten Feldmann, der 2004 mit "Der perfekte Mann" seinen ersten Roman vorlegte, hat in Männergespräche den Spiess einfach mal umgedreht: jetzt soll also ER sein Leben für SIE aufgeben, ihr in die Fremde folgen, sich in ihr Leben einfügen. Ganz neu ist ein solch ironisches Planspiel rund um den domestizierten Mann am Vorabend der Midlife-Crises zwar nicht, aber es ist trotzdem ziemlich witzig. Auf der kleinen Bühne werfen sich Sebastian Kalhammer (als hübsches Autoren-Weichei), Jochen Strodthoff (als sympathischer Schluffi Jacob) und Markus Fisher (wunderbar zynisch) bestens gelaunt die fein geschliffenen Sätze zu. Regisseurin Eva Niedermeiser sorgt für Tempo und perfektes Timing und hat sich von "Sex and the City"&Co unter anderem die 30 sekündige Szenen-Wiederholung nach der (Werbe-) Pause geliehen. Alles in allem ein amüsanter, beschwingter Abend, von dem man jedoch in Sachen "Neuer Mann" und Emanzipationstheorie nicht allzuviel erwarten sollte.

in münchen

Sex and the City für die Herrenwelt
Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs

"Männergespräche von Morten Feldmann ist "Sex and the City" für das angeblich starke Geschlecht. Im Theater 44 sind Männer so: weinerlich und verletzlich, eifersüchtig und egozentrisch. Und dazu reden sie pausenlos mit einem Cappucino in der Hand. Das gipfelt in oft witzigen Pointen, die Markus Fisher als Zyniker Malte wie auf dem Silbertablett serviert.

TZ München 08.09.07

Geschlechterkrampf

Im Theater 44 gibt´s "Männergespräche"

....Eva Niedermeiser hat klug Regie geführt. Sie nutzt den begrenzten Raum des Theaters 44, um ihre drei Hauptdarsteller in immer neuen Konstellationen aufeinander prallen zu lassen. Sebastian Kalhammer spielt den metrosexuell weichgespülten Sebastian schön fahrig. Sein Widerpart ist Malte (Markus Fisher), der sich zynisch an der Verweiflung seines Kumpels weidet. Er ist der Freund der stets verneint: "Sex zwischen den Geschlechtern ist doch im Grunde ein Anachronismus." Zwischen den beiden steht Jacob, der nicht verstehen will, dass seine fluffige Kunststudentenzeit vorbei ist. Die Inszenierung besitzt Tempo, hat nur wenige Durchhänger. Dass es nicht mehr wird als ein unterhaltsamer Abend, liegt am Stück selbst.

SZ 10.09.07

"Männergespräche" im Theater 44

...Drei köstliche KünstlerYuppies - eine Memme, ein Einfaltspinsel und ein Pedant: das ist wohl die nächstliegende, aber vielleicht auch die lustigste Art, sich den konstruierten Emanzipationsproblemchen von Schriftsteller Sebastian, Maler Jacob und Galerist Malte zu widmen. Sebastians Dilemma: Ist es ratsam, sich einer Frau und ihrem Psychopathen-Kater auszuliefern, seine Identität, Unabhängigkeit, Affären aufzugeben, nur um finanziell wie beruflich abgesichert zu sein? Feldmanns Parodie auf den kleinen Unterschied schaukelt sich von einem normalen Irrsinn in den nächsten, und Sebastian Kalhammer, Jochen Strodthoff, vor allem aber Markus Fisher folgen diesem mit großem Spass. Männergespräche, an deren Ende die längst befürchtete Einsicht steht: ein Mann ist halt auch nur eine Frau.

Münchener Merkur 10.09.07

Pressestimmen zu "enigma" (2005, Carambolage)


Fotos: Florian Puff

Saisonauftakt in der Carambolage

Das Rätsel der Liebe
Brillanter Auftakt : Rätselhaft geht es zu in der Bozener Carambolage. Die Figuren könnten gegensätzlicher kaum sein. Paul Demetz und Günther Götsch lassen unter der Regie von Eva Niedermeiser den Zwiespalt der konkurrierenden Männer miterleben und innigst mitfühlen. Das Publikum lohnt es ihnen mit Minuten langem Applaus.

Z ett, 09.10.05 

Lehrstück über die Liebe
Eva M. Niedermeiser inszeniert in der Bozener Carambolage Eric-Emmanuell Schmitts "Enigma" als Sparringkampf um das Wesen der Liebe.

Eva M. Niedermeiser inszenierte "Enigma"des französischen Kultautors E.E. Schmitt als berührendes Lehrstück über die Liebe. Mit viel Gespür führt die Regisseurin den Zuschauer durch diese unspektakuläre Menschenkomödie, deren Sog er sich - auch der überdurchschnittlichen Leistung der Schauspieler wegen - kaum entziehen kann.

Tiroler Tageszeitung, 11.10.05 

Zwei Männer entdecken einander in "Enigma" auf der Bühne der Carambolage in Bozen

Mit hervorragenden Darstellern
Eva Niedermeiser legt in ihrer Inszenierung einen Schwerpunkt auf das Machtgefälle zwischen den beiden Männern, das sich einige Male umkehrt, es entsteht ein Kampf im Boxring-ein Angreifen und Zurückweichen, ein gegensetiges Sich-Belauern zweier Männer; die verbunden sind durch die Liebe zur gleichen Frau. Paul Demetz und Günther Götsch spielen hervorragend. Es ist eine Freude, diese Kunst zu sehen!

Dolomiten, 15.10.05

Pressestimmen zu "Hamlet" (2004, Dekadenz)

Nichts, das hält
Die "Dekadenz" in Brixen versucht einen zeitgemässen "Hamlet".
Ein Shakespeare in trüben Zeiten.

Hamlet,der schwache Prinz hat eine Pistole. Er hat nicht den Mut sich selbst zu töten, er fordert statt dessen den Tod im Duell heraus. Seine Mutter, die Königin, die den Mörder ihres Mannes heiratet, nimmt den Kelch im Wissen um das Gift. Am Ende ist der Hamlet wieder so wie er im Buche steht, ein Gemetzel ein Gefecht mit Degen und Worten, in dem Gute und Böse sich nicht mehr unter scheiden. Das Handeln der Menschen ist von Rache, Selbstsucht und Angst bestimmt. Es gibt nichts, woran sich jemand halten könnte. Besonders die Jungen zerbrechen an der Welt, an den Rollen, die sie einnehmen müssen und die andere ihnen vorspielen. Eva Niedermeiser, Regisseurin aus München, hat mit nur 6 Schauspielern einen durchaus zeitgemässen Hamlet inszeniert. Allen (mit Ausnahme von Hamlet/ Peter Schorn) ist eine Doppelrolle aufgegeben. Schnelle Auftritte, Umzüge, Abgänge, der Zuschauer sitzt mitten im Geschehen. Ophelia (Christine Lasta) ist auch Horatio,Gertrud (Lioba Sperber) auch Polonius. Thomas Kollhoff, spielt Claudius, König und Königsmörder, er spricht seine Regierungserklärung ins Mikrofon, Hamlet spinnt seine Intrigen per Videobotschaft.
Die Menschen taumeln innerlich, die Welt ist ein Schrecken. Niedermeiser und ihre Darsteller gestalten den Schrecken cool kühl mit Verweisen auf den zeitgenössischen medialen Overkill. Am Ende, nach all den Toten auf der Bühne, verkündet ein Nachrichtensprecher bleibende Worte, ohne mit der Wimper zu zucken. "Und nun das Wetter" .

Georg Mair (ff)

 

Gelungener Versuch: Hamlet im Brixener Anreiterkeller

Die Gruppe Dekadenz und Regisseurin Eva Niedermeiser erfüllen sich einen lang gehegten Wunsch

Überzeugende Schauspieler

"Man kann lächeln und lächeln und doch ein Schurke sein."

William Shakspeares Stücke sind geprägt. von der inneren Zerissenheit seiner Akteure, so auch Hamlet, der sich verraten und ungeliebt fühlt, niemandem traut. Bezeichnend für die Inszenierung sind die Doppelrollen der Schauspieler, schon hier lassen sich die zwei Seelen in der Brust feststellen. Christine Lasta verkörpert das als Horatio und Ophelia, in deren Haut sie sich zu wahren Spitzenleistungen steigert, zuerst als Liebende, dann als Wahnsinnige. Martin Niederbrunner zeigt als Laertes

sein schauspielerisches Potenzial , Lioba Sperber überzeugt als Queen Mum Gertrud und sorgt in den Slapsticknummern des Polonius für Heiterkeit. Thomas Kollhoff spannt sehr achtbar den Spagat vom Geist des toten Königs zu seinem mörderischen Nachfolger Claudius. Einzig Hamlet bleibt Hamlet, hervorragend präsentiert von Peter Schorn! Einmal mehr wird in der Dekadenz wirklich gutes Theater geboten.

Michael Eschgfaller (z ett)

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Fotos: Arnold Ritter

Pressestimmen zu "Liebkosungen" (2002, Dekadenz)

Messer Beziehung: Die DEKADENZ in Brixen zeigt "Liebkosungen" von Sergi Belbel.
Oder wie gutes Theater entsteht.

KALTE EXPLOSIONEN. Die Hoffnung ist klein. Sie ist ein Wattebausch, mit dem eine Frau einem Mann das Blut aus dem Mundwinkel wischt. Nichts weiter. Es ist das Ende der "Liebkosungen" von Sergi Belbel.
Regisseurin Eva Niedermeiser hat für die DEKADENZ in Brixen den Schrecken behutsam in Szene gesetzt. Langsam baut sie die Spannung auf, lässt die Figuren aufeinander losgehen, bis sie explodieren und wieder in sich zusammenfallen. Das besondere ist das nichts besonders ist. Nichts geschieht,alles passiert.Die Darsteller verkörpern kühl und gekonnt den Überschlag der Gefühle, den Horror der Emotionen, die kein Ventil finden. Belbel fühlt den Zuschauern auf den Zahn und die Regisseurin ist ihm dabei gefolgt. Feinfühlig, aber ohne Tabus. Deutlich aber ohne grelle Farben. Die DEKADENZ in Brixen beweist, dass Theater in Südtirol nicht mutlos sein muss. Gutes Theater entsteht wenn man sich traut.

Georg Mair FF

"Liebkosungen" - hoffnungsloser Reigen kaputter Beziehungen
Drastisch - schonungslose Inszenierung
Angeregt von Schnitzlers REIGEN hat der 1963 bei Barcelona geborene Dramatiker Sergi Belbel in in seinem Stück "Liebkosungen" mit diagnostischem Scharfblick entlarvt, was Beziehungen heute scheitern lässt, womit sich Menschen zusetzen, die einander eigentlich lieben wollen. Das Stück ist derzeit im Anreiterkeller zu sehen, unter der Regie der Münchenerin Eva Niedermeiser. Die Dialoge sind durchweg Scheindialoge und ihr Misslingen zeigt sich im Eskalieren von Gewalt, wie in der Szene zwischen dem Penner und dem Jungen, oder im Abgleiten ins ins Absurd-Groteske,etwa in der Szene in der der Ehemann seiner Geliebten den Laufpass gibt, Bedrückend sind die Szenen allemal, was auf die insgesamt exzellente schauspielerische Leistung des elfköpfigen Teams zurückzuführen ist, aber auch auf die drastisch-schonungslose Inszenierung, die bewusst Tabus bricht,so in der Szene, in der der junge Homosexuelle (Peter Schorn) den Narzissmus seines älteren Partners (Klaus Rainer) befriedig. Am Ende schliesst sich der Reigen. Und wieder beginnt eine Beziehung, die zum Scheitern verurteilt ist, in der keiner findet was er sucht.

Barbara Fuchs (bf)

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